Blog

Sanieren und Renovieren mit Smart Home?

Paar sitzt auf dem Boden während Renovierung
April 25, 2023
Das Klischee hält sich leider nach wie vor: Ein „richtiges“ smartes Zuhause kann man nur im Neubau und nur mit umfangreichem finanziellem Investment erreichen! Falsch! Auch in Bestandsimmobilien lassen sich bei Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen viele Bereiche sinnvoll „smartisieren“!

Einleitung

Aber wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Sanieren und Renovieren? Vorab: Sanieren und Renovieren sind zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden, sich aber tatsächlich in einigen wichtigen Komponenten unterscheiden. Grob gesagt: Sanieren bezieht sich auf die Reparatur, Restaurierung oder Modernisierung eines Gebäudes, um es bewohnbar oder funktionsfähig zu machen, während sich Renovierungsmaßnahmen mehr auf die Aktualisierung oder Verbesserung des Aussehens eines Gebäudes oder Raums beziehen. Man könnte also sagen, dass sich Sanierung mehr auf strukturelle Probleme bezieht (z.B. der Austausch alter Wasserleitungen), während eine Renovierung eher die Verschönerung und Modernisierung in einem Gebäude erreichen will (z.B. den Austausch von Badmöbel oder Bodenbelägen). Oft ist die Abgrenzung jedoch nicht ganz eindeutig, was aber auch bezogen auf Smart Home nicht wirklich entscheidend ist!

Renovieren im Smart Home

Wenn man also davon ausgeht, dass Renovierungen zunächst nur oberflächliche Verbesserungen beinhalten und keine Eingriffe in die Bausubstanz erfolgt, gibt es dennoch zahlreiche Möglichkeiten, um intelligente Systeme in den eigenen vier Wänden einzusetzen.

Einige Beispiele hierfür sind:

  • Smarte Stromsteuerung (und damit Ein- und Ausschaltung von Geräten) via smarte Steckdosen oder Zwischenstecker
  • Smarte Beleuchtungssteuerung z.B. via smarte Glühbirnen oder LED-Streifen oder dem Einsatz von smarten Zwischensteckern
  • Einsatz von Plug & Play wie z.B. Kameras, smarten Haushaltsgeräten und smarte Außenlampen, die in der Regel nur einen Stromanschluss und eine Internetverbindung benötigen und je nach Umfang sogar selbst Sensoren integriert haben
  • Aufsetzen von smarten Installationen wie z.B. smarte Türschlösser
  • Einbindung von Sprachassistenten zur Alltagserleichterung und Nutzung von Erinnerungsfunktion oder Steuerung vorig aufgeführten Tools

Viele der Optionen sind inzwischen bereits batteriebetrieben erhältlich und können somit flexibel im ganzen Haus eingesetzt werden. Eine Internetanbindung wird von vielen Hersteller vorausgesetzt, ist aber (weil nicht vorhanden oder nicht gewünscht) definitiv kein Muss.

Sanieren im Smart Home

Greife ich nun aber aufgrund umfassender Sanierungsmaßnahmen ohnehin in die Substanz des Gebäudes ein, werden oben stehende Optionen noch um einige Alternativen erweitert. Der Hintergrund ist, dass ich offene Leitungen, Wände oder auch Bodenflächen auch direkt nutzen kann, um smarte Vorrichtungen einzusetzen. Ein paar Optionen wären zum Beispiel:

  • Einsatz von Bussystemen (z.B. mit dem Standard KNX) als Alternative zur klassischen Elektroinstallation (sofern Leitungen getauscht werden müssen)
  • Einsatz von Steuerungs-Relais z.B. in den Unterputzdosen (sofern Platz gegeben) oder anderen (oft funkbasierten) Steuerungsmodulen
  • Verlegung sonstiger festverbauten Einheiten wie z.B. Sensorik
 

Während auch andere Ansätze, wie bereits im Renovierungsabschnitt erwähnt, eine intelligente Steuerung im Haus ermöglichen, sollte das Thema Smart Home bei Eingriffen in die Haussubstanz im Zuge der Sanierung besonders sorgfältig geprüft werden. Denn um künftige Kosten zu minimieren, ist es ratsam, technische Vorrichtungen bereits bei der Sanierung zu berücksichtigen, um eine problemlose Nachrüstung in späteren Jahren zu ermöglichen.

Ein Beispiel: Wenn ich im Zuge der Sanierung meine Fenster und Hauseingangstür tausche, sollte ich darauf achten, dass Strom verfügbar und eine entsprechende motorische Ansteuerung möglich ist (egal, ob am Rollladen oder am Türschloss). Die Einbindung eines Smart Home Systems ist somit auch nachträglich noch einfach umsetzbar.

Fazit

In beiden Fällen, ob bei Sanierung oder Renovierung, sind die Einsatzbereiche vielfältig. Sie reichen von verschiedenen Sicherheitssystemen über die Zutrittssteuerung des Eigenheims und Lichtsteuerung bis hin zur Bewässerung im Außenbereich. Je nach individuellen Anforderungen und Gegebenheiten ist vieles möglich und sinnvoll (siehe auch Was ich über Smart Home wissen sollte).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Modernisierung einer Bestandsimmobilie mit Smart Home Geräten möglich ist, sowohl bei Renovierungs- als auch bei Sanierungsmaßnahmen. Für Renovierungsmaßnahmen bieten sich unkomplizierte Lösungen wie smarte Steckdosen, Beleuchtungssteuerung, Plug & Play Geräte, smarte Türschlösser und Sprachassistenten an. Bei umfassenden Sanierungsmaßnahmen können zusätzlich auch Bussysteme und Steuerungs-Relais eingesetzt werden. Wichtig ist, frühzeitig zu planen und im Rahme der Maßnahme entsprechende Vorinstallation zu berücksichtigen. Dann können Smart Home Systeme auch nachträglich noch einfach integriert werden.

Hinweis: Natürlich sind auch viele Zwischenkombinationsmöglichkeiten denkbar, z.B. bieten viele Bussysteme inzwischen auch die Kombination mit Funktechnik an. Dadurch ist es nicht zwingend erforderlich, alle Bereiche zu verkabeln. Dennoch sollte die Smart Home Planung gut durchdacht sein, um ein stimmiges Gesamtkonzept zu schaffen. 

Übersicht

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner